Tauwerk/seemännische Knoten

Tauwerk, das als Festmache-, Anker- oder Schleppleine dient, sollte eine hohe Bruchlast und große Elastizität besitzen. Geflochtenes Tauwerk ist geschmeidiger als geschlagenes Tauwerk. Schwimmfähiges Tauwerk ist gut geeignet für Wurfleinen und Sorgleinen an Rettungsringen, jedoch völlig ungeeignet als Ankerleine. Um einen Tampen (Ende eines Taus) vor dem Aufgehen zu sichern, kann man einen Takling setzen, Kunststofftauwerk kann man auch mit einem Feuerzeug verschweißen.
In den Sicherheitsrichtlinien des DMYV und des DSV kann man sich über die ausreichende Bemessung der Leinenausrüstung informieren.
Drei Anforderungen müssen seemännische Knoten erfüllen: Sie müssen einfach und schnell zu stecken sein, unter Belastung zuverlässig halten und im entlasteten Zustand leicht zu lösen sein.

Mit dem Achtknoten wird verhindert, dass ein Ende bzw. eine Schot aus einem Block oder einer Leitöse ausrauscht.
Achtknoten

Mit dem Kreuzknoten werden zwei gleich starke Enden miteinander verbunden. Die beiden losen Enden müssen dabei zur gleichen Seite zeigen, da er sonst nicht zuverlässig hält.
Kreuzknoten

Sind die Enden unterschiedlich stark oder bestehen sie aus unterschiedlichem Material, so verwendet man den einfachen Schotstek zum verbinden.
einfacher Schotstek

Statt des einfachen Schotsteks empfiehlt sich bei steifem Kunstfasertauwerk oder bei sehr glatten Enden der doppelte Schotstek.
doppelter Schotstek

Mit einem Palstek lässt sich ein beliebig großes, sich nicht zuziehendes Auge schlagen. Das lose Ende muss dabei außerhalb des Auges liegen. Er lässt sich zum Festmachen an einem Pfahl oder Poller benutzen, aber auch, um eine Person aus dem Wasser zu bergen. Auch kann man mit ihm zwei Enden miteinander verbinden. Da jedoch jeder Knoten die Bruchlast um bis zu 50% herabsetzt, sollte man dazu lieber den Kreuzknoten oder den Schotstek verwenden.
Palstek

Macht man immer an dem gleichen Pfahl oder Poler fest, so empfiehlt es sich, ein festes Auge dauerhaft einzuspleißen ("Augspleiß"), da dann die Bruchlast nicht so stark vermindert wird.
Augspleiss

Der Webeleinstek dient zum Belegen an einem Poller oder Pfahl (geworfen) oder zum Befestigen der Fender an der Reling oder am Handlauf (gesteckt). Er lässt sich sehr schnell in der Länge verstellen und ist deshalb beim Festmachen der Fender dem 1½ Rundtörn vorzuziehen.
Webeleinstek

Der 1½ Rundtörn mit zwei halben Schlägen dient zum Festmachen an einem Ring oder einer Stange. Wichtig ist, dass die beiden halben Schläge zur gleichen Seite ausgeführt werden.
1½ Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Auch der Rohringstek dient zum Festmachen an einem Ring oder einer Stange. Da der erste halbe Schlag durch die Rundtörns hindurch gesteckt wird, erhöht sich die Reibung am Ring, wodurch der Knoten noch zuverlässiger hält.
Rohringstek

Mit dem Stopperstek wird eine Vorleine an einer durchgehenden Schlepptrosse belegt. Dabei ist zu beachten, dass der Knoten nur in der Richtung hält, in der er doppelt liegt, zur anderen Seite rutscht er durch. Daher sollte man ihn auch seitenverkehrt beherrschen.
Stopperstek

Will man ein Ende nur vorübergehend irgendwo befestigen, so kann der Slipstek verwendet werden. Durch einen kurzen Zug am losen Ende ist er schnell wieder losgeworfen. Jedoch hält dieser Knoten nicht besonders viel Zug aus und sollte daher keinesfalls benutzt werden, um ein Boot am Steg festzumachen.
Slipstek

Um ein loses Ende auf einer Klampe zu belegen, führt man es zuerst mit einem Rundtörn um den Fuß der Klampe. Danach folgen zwei (oder mehr) Kreuzschläge in Achtform. Abschließend wird zur Sicherung ein Kopfschlag gesetzt, damit sich das lose Ende selbst bekneift. Das lose Ende muss immer die Klampe kreuzen, sonst kann es sich nicht ausreichend bekneifen.
Klampe belegen

Beim Festmachen an einem Poller oder Pfahl empfiehlt es sich, in ein Ende des Festmachers ein Auge zu binden (Palstek) oder fest einzuspleißen und dieses Auge auf die Klampe zu legen. Das andere Ende des Festmachers führt von der Klampe zum Poller oder Pfahl und von dort aus zurück zur Klampe, auf der dann wie gezeigt belegt wird. Dadurch lässt sich die Länge des Festmachers bequem von Bord regulieren, und beim Ablegen kann der Festmacher leichter eingeholt werden.
Auge auf die Klapme legen